Definition, Ursachen einer kleinen Brust, Kosten

Brustvergrößerung: Definition / Name der Operation

Wir sprechen von einer Brustvergrößerung oder Mammaaugmentation, wobei der lateinische Begriff die exakte Übersetzung des Deutschen ist. Bei einer Brustvergrößerung wird das Volumen der Brust durch autogene Transplantationen, weitaus häufiger jedoch durch künstliche Implantate, vermehrt. In beschränktem Umfang kann das Wachstum der Brust durch Medikation oder äußere Reize angeregt werden.

Der Eingriff dauert, von einem routinierten Facharzt durchgeführt, weniger als eine Stunde. Von vielen Ärzten wird die Einlage eines Drainageschlauchs in die Wundtasche, zu entfernen nach ca. 24 Stunden, bevorzugt. Daher findet diese Operation zumeist kurzstationär statt und ist mit einem eintägigen Klinikaufenthalt verbunden.

Ursachen / Symptome der kleinen Brust

Die Ursache für eine zu kleine Brust ist bei jungen Frauen im Allgemeinen anlagebedingt, also vererbt. Bei Frauen, die sich einen Kinderwunsch erfüllt haben, kann die Brust nach dem Abstillen hormonell bedingt auch weniger Volumen haben als zuvor.

Beide Gruppen haben dann objektiv wesentlich weniger Brustvolumen als durchschnittlich bei ihrer Größe, ihrem Gewicht und ihrem Brustumfang zu erwarten wäre. Betroffene Frauen leiden darunter, weil die Brust als wesentliches Merkmal der Weiblichkeit gilt und sie dementsprechend in ihrem Selbstwertgefühl beeinträchtigt sind. Nicht selten kann dieses Gefühl der “Minderwertigkeit” bis hin zu Depressionen führen.

Diagnose / Differentialdiagnose durch einen Facharzt

Die Diagnose ist einfach zu stellen durch In-Augenscheinnahme der Brüste. Sind sie absolut oder relativ zu klein, einer Fehlentwicklung unterlegen oder auffällig ungleich, ist eine Indikation für eine operative Korrektur gegeben. Die Indikation für eine ästhetisch-begründete Brustvergrößerung stellt jedoch immer die Patientin, nicht der Arzt. Dieser kann sie nur bestätigen oder eben ablehnen.

Demgegenüber kann eine normale oder gar große Brust subjektiv als zu klein empfunden werden. Dann gilt es, die speziellen Wünsche der Patientin zu hinterfragen und ggf. eine sogenannte Dysmorphophobie auszuschließen, eine krankhaft falsche Vorstellung von der Beschaffenheit des eigenen Körpers. Dies wäre dann eine Kontraindikation und Grund zur Ablehnung eines Korrektureingriffs.

Jeder Facharzt, der sich im Speziellen mit Anatomie, Funktion und Chirurgie der weiblichen Brust auskennt, sollte die Diagnose stellen können. In erster Linie sind dafür natürlich Plastisch-Ästhetische Chirurg/innen und Gynäkologen/innen prädestiniert.

Anwendungsgebiete und Kosten der Brustvergrößerung

Die Brustvergrößerung wird angewandt bei Erkrankungen im Sinne der WHO (Weltgesundheitsorganisation), häufiger jedoch ohne eine Erkrankung im eigentlichen Sinne als Ursache zu haben. In den allermeisten Fällen klagen die Frauen über zu kleine und/oder zu schlaffe Brüste. In diesen Fällen wird operiert auf ausdrücklichen Wunsch der Betroffenen, ohne medizinische Notwendigkeit.

Zugrundeliegende Erkrankungen sind u.a.:

  • Amastie (Nichtanlage der Brust)
  • extreme Hypoplasie (kaum vorhandene Brust)
  • Amazonensyndrom (einseitig nicht angelegte Brust)
  • Polandsyndrom (einseitig nicht angelegte Brust in Kombination mit fehlendem Brustmuskel u.a.m.)
  • tubuläre Brust (kleine, fehlgeformte Brüste zumeist mit Asymmetrie) unterschiedlicher Ausprägung
  • Zustand nach Abnahme einer Brust aufgrund eines Brustkrebses
  • Fehlformung aufgrund von Unfällen, Verletzungen oder iatrogen durch stattgehabte Operationen.

Die Operation bzw. eine Brustvergrößerung kostet ca. 5.500 bis 6.500 Euro.

Wenn besondere Umstände vorliegen, die den Eingriff wesentlich aufwändiger machen, wie eine zusätzliche Straffung, kann sich der Preis auch etwas erhöhen.

Herkunft und Entwicklung der Brustvergrößerung

Operationen zur Brustvergrößerung werden schon seit mehr als 100 Jahren durchgeführt. Beginnend Ende des 19. Jahrhunderts versuchte man durch die Transplantation eines Fettgewebsgeschwulstes (Cerny) oder durch das Einspritzen von Paraffin (Gersuny) Erfolge zu erzielen. Später erfolgte dann die Implantation von Elfenbein, Glaskügelchen, Gummi, freiem Silikonöl und vielem anderen mehr – mit teils desaströsen Ergebnissen!

Diejenige Operation, die wir heute meinen, wenn wir von Brustvergrößerung sprechen, nämlich die Einpflanzung von Silikonimplantaten, wurde 1962 erstmalig durchgeführt, nachdem 2 amerikanische Plastische Chirurgen (Cronin und Gerow), inspiriert durch die Haptik einer Blutkonserve (Flüssigkeit in einem Plastikschlauch …), auf die Idee gekommen waren, ein Silikongel in einem Silikonmantel zu verpacken. Dies gelang mithilfe eines Chemiekonzerns (Dow Corning).

Das war der Durchbruch für die moderne Chirurgie der Brustvergrößerung. Kontinuierliche Verbesserungen führten zu der heute fünften Implantatgeneration mit hochkohäsivem Silikon-Memory-Gel. Dieses ist umhüllt von mehreren Silikonmantelschichten und einer äußeren Oberfläche von aufgerautem Silikon, das es dem Bindegewebe des Körpers erlaubt, mit der Oberfläche zu verwachsen, was die Inzidenz früher häufiger Komplikationen wie Kapselfibrosen und Implantatverlagerungen deutlich zu verringern hilft.