Die Brust OP

Dauer der Operation

Der Eingriff dauert in der Regel weniger als eine Stunde. Je nach Zugang, Implantatlage, zusätzlicher Maßnahmen wie Endoskopie, Straffung, Kapselentfernung bei Implantatwechseln kann auch eine wesentlich verlängerte Operationsdauer resultieren.

Die einzelnen Schritte der Operation

Exemplarisch wird in der Folge die Durchführung einer typischen Brustvergrößerungsoperation mit Zugang von der Unterbrustfalte her und einer Implantatlagerung unter dem Brustmuskel beschrieben:
Bei dem Schnitt in der Achselhöhle oder am Brustwarzenvorhofrand würden sich entsprechende Änderungen bei der Präparation ergeben. Ebenso würden sich Abwandlungen bei der Präparation durch die geplante Implantatlagerung auf oder unter dem Brustmuskel mit diversen Variationen (partiell oder komplett unter der Brustmuskulatur, subfaszial, teilweise Lösung der Drüse von den unteren Muskelanteilen / dual plane – Technik) sowie z.B. bei Implantatwechseln oder zusätzlich geplanten Straffungen ergeben. Nach einer Anzeichnung der geplanten Implantatlage in Bezug auf die Brüste der Patientin wird die Patientin auf dem Op-Tisch gelagert und die Narkose eingeleitet. Außer der permanenten Narkosedurchführung und -überwachung wird vom Anästhesisten zu Beginn der Operation ein Antibiotikum intravenös verabreicht. Dann werden eine sorgfältige Desinfektion des Op-Gebiets und eine sterile Abdeckung durchgeführt. Die Operation beginnt mit dem kurzen Schnitt an dem geplanten Zugang in der Unterbrustfalte. Der Operateur durchtrennt die Gewebeschichten und nimmt dabei immer parallel Blutstillungen vor. Bei dem am häufigsten gewählten Zugang in der Unterbrustfalte wird der am Rippenbogen befindliche Ursprung des großen Brustmuskels aufgesucht und dargestellt. Die in Fettgewebe gelagerte Drüse wird ein Stück weit nach oben vom Brustmuskel gelöst und es wird der seitliche Rand des Brustmuskels dargestellt und etwas aufgetrennt. Dann wird das eigentliche Implantatlager, in diesem Fall unter dem Brustmuskel, vorsichtig präpariert. Dabei wird möglichst schonend vorgegangen, um etwaige Nervenverläufe vom Zwischenrippenraum zu der Drüse ziehend, zu schonen. Wenn der Muskel von unten her angehoben werden kann, wird dessen unterer Ursprung am Rippenbogen teilweise durchtrennt, um Platz für das Implantat zu schaffen und zu verhindern, dass der Muskel das Implantat in der Folge nach oben drückt. Die Muskelfunktion bleibt dabei größtenteils erhalten, weil der größere Teil des Ursprungs vom Brustbein nicht angetastet wird.

Eine Inspektion der Implantattasche und eine sorgfältige Blutstillung unter Leuchtspatelsicht schließt sich an. Dann wird die zweite Brust soweit in gleicher Weise operiert. Nach Handschuhwechsel werden die sterilen Implantate in die Implantattaschen eingeführt und durch Verschieben zu allen Seiten die Symmetrie der Implantattaschen überprüft. Dann werden zumeist Wunddrainagen eingelegt und nach seitlich ausgeführt. Vor dem definitiven Wundverschluss werden einige Nähte gelegt und der Oberkörper der Patientin, die bis dahin waagerecht gelagert war, nahezu aufrecht gefahren. So kann eine korrekte Implantatlagerung und das Aussehen der nunmehr vergrößerten Brüste überprüft werden. Ergeben sich zu diesem Zeitpunkt Ansätze zur Kritik an dem ästhetischen Ergebnis, so kann in der Folge eine Korrektur durch Veränderungen an der Implantattasche, der Lage und der Größe der Implantate oder ggf. durch eine zusätzliche Bruststraffung erfolgen. Wenn das Ergebnis aber optimal erscheint, dann kann jetzt der Wundverschluss in erneut waagerechter Lagerung durchgeführt werden. Dazu werden drei übereinander platzierte Nahtreihen gelegt, die den Muskel, das Unterhautgewebe und schließlich die Haut, verschließen. Zusätzlich wird die Wunde mit zwei Lagen steriler Pflaster bedeckt. Dann wird die Brust durch Tapen oder Wickeln stabilisiert und häufig gleich ein Spezial-BH angezogen.

Durch die schnell ausleitbare, intravenöse Narkose werden die Patientinnen innerhalb kürzester Zeit wach und können dann zur Nachbeobachtung in einen Aufwachraum mit speziell ausgebildeten Anästhesiemitarbeitern gebracht werden. Dort werden sie weiterhin intensiv begleitet und betreut.