Die verschiedenen Operationsmethoden bei der Brustvergrößerung

Operationsmethoden bei der Brustvergrößerung

Wie so oft in der Medizin und im Leben überhaupt gibt es nicht nur einen Weg, um ans Ziel zu kommen – nämlich ein für das Individuum optimales Ergebnis zu erzielen – sondern unter Umständen mehrere. Es ist aber von besonderer Bedeutung, dass der Operateur möglichst alle Methoden der Brustvergrößerungsoperation kennt, und so eine auf die besondere Situation seiner Patientin zugeschnittene, optimale Methode anbieten kann.

Einerseits gilt es, ein für die Patientin passendes Implantat auszuwählen.
Während die Implantate im Allgemeinen zwar mit Silikon-Gel gefüllt sind, so unterscheiden sie sich doch in der Viskosität. Es gibt also weichere und härtere Implantate. Die weicheren haben den Vorteil einer angenehmeren Haptik, also Griffigkeit. Die härteren haben hingegen den Vorteil einer besseren Formstabilität, legen sich also seltener in Falten. Die Oberflächen der Implantate können glatt oder rau sein. Während die glatten nicht mit dem Bindegewebe verwachsen, welches der Körper um den implantierten Fremdkörper herum bildet, und so in der Implantathöhle beweglich bleiben, verwächst das Bindegewebe in der Regel mit der angerauten Oberfläche der rauen Implantate und führt so zu einer größeren Form- und Lagestabilität.

Keine Grenzen in der Formgebung der Implantate

Außerdem unterscheiden sich die Implantate in ihrer Formgebung und natürlich ihrem Volumen. Es stehen Implantate mit runder oder sogenannter anatomischer Form zur Verfügung. Damit nicht genug, gibt es Implantate mit unterschiedlicher Breite, Höhe und Dicke. So kann schließlich für nahezu jede individuelle Brust, jeden Körper, jedes Gewicht ein individuell optimales Implantat gefunden werden. Voraussetzung ist, dass Patientin und Operateur in der Lage sind, nicht nur an ein bestimmtes BH-Körbchen oder ein bestimmtes, gewünschtes Volumen zu denken. Es sollte eine dreidimensionale Vorstellung, eine Idee vom Ergebnis, zusammen während der Beratung und Planung erarbeitet werden. Es gilt darüber hinaus, den richtigen Zugangsweg für eine Implantation auszusuchen. Zur Verfügung stehen der Schnitt in der Achselhöhle, der den Vorteil hat, nicht direkt an der Brust zu liegen, jedoch mit dem Nachteil auskommen muss, dass gerade die wichtige Präparation in der Unterbrustfalte weit von dem Zugang entfernt liegt und keine gute Übersicht bietet. Dem kann allerdings durch das aufwändigere endoskopische Operieren begegnet werden. Zudem ist es von der Achselhöhle kommend schwieriger, das heute zumeist genutzte Verfahren der “Dual plane – Technik” bei submuskulärer Implantatlagerung durchzuführen. Ebenso ist es schwieriger, sogenannte anatomische, also asymmetrische Implantate mit Schwerpunkt im unteren Brustbereich, richtig zu platzieren.

Die Alternative Methode der Brustvergrößerung

Eine Alternative bietet der Schnitt am Brustwarzenvorhofrand, der zwar eine zumeist sehr unauffällige Narbe hinterlässt, aber den großen Nachteil hat, dass zunächst durch die Drüse selbst, oder bei genügend umgebendem Fett, entlang der Drüse zu dem eigentlichen Implantatlager präpariert werden muss. Es entsteht also eine innere Narbe an der eigentlichen Brust, während dies bei den vorhandenen Alternativmethoden vermieden wird. Einen Vorteil bietet dieser Zugang allerdings, wenn eine Haut- und Gewebestraffung um den Brustwarzenvorhof herum geplant wird. Das ist ab und zu bei Frauen der Fall, die z.B. nach Schwangerschaften zu kleine, und gleichzeitig etwas erschlaffte Brüste haben, so dass eine alleinige Vergrößerung für eine schöne Formgebung nicht ausreichen würde.

Der heutzutage am häufigsten genutzte Zugang ist der von der Unterbrustfalte her kommende. Dieser vereinigt nach allgemeiner Auffassung die meisten Vorteile in sich. Einerseits bietet er dem Operateur die beste Übersicht über das Operationsgebiet und schafft damit am meisten Sicherheit, andererseits sollte bedacht werden, dass es immer möglich ist, dass zu einem späteren Zeitpunkt im Leben, aus welchen Gründen auch immer, einmal ein Implantatwechsel vorgenommen werden müsste. In diesem Falle wird fast immer der Unterbrustfaltenschnitt erforderlich und die Frau erspart sich eine zusätzliche Narbe.
Außerdem unterscheiden sich die Operationsmethoden in der Wahl der Implantatlage. Zur Verfügung stehen:

  • mögliche Implantatlager zwischen Drüse und Muskulatur, also auf dem Brustmuskel
  • Implantatlager zwischen der bindegewebigen Hülle des Muskels und dem Muskel selbst, also subfaszial
  • schließlich Implantatlager unter dem großen Brustmuskel, partiell submuskulär, bzw. sogar komplett unter der Brustmuskulatur.

Bei den beiden letzteren Methoden unter der Brustmuskulatur wird fernerhin noch unterschieden zwischen verschiedenen Ausprägungen der zusätzlichen, partiellen Ablösung des unteren Drüsenanteils von der Muskulatur (dual-plane-Technik).

Auch in Bezug auf die Implantatlagerung haben alle Verfahren ihre Vor- und Nachteile. Grob gesagt kann man davon ausgehen, dass die Implantate besser auf der Muskulatur platziert werden, wenn die Brüste schon ein gewisses Volumen besitzen und mithin nicht ganz so fest sind. Ist die Frau jedoch sehr schlank und hat kleine und eher festere Brüste, dann wird das Implantat besser unter den oder die Brustmuskel platziert.
Während runde Implantate, je nach Volumen und Größe des möglichen Implantatlagers, eher auf die Muskulatur platziert werden und dort etwas mehr Dekolletee produzieren, werden die anatomischen Implantate besser unter die Muskulatur gelegt, um dort eine möglichst natürliche Brustform zu erbringen.
Aufgrund der Vielfältigkeit der Vorbedingungen und der Wünsche der Patientinnen können unter Umständen mit völlig unterschiedlichen Operationsmethoden individuell optimale Ergebnisse erzielt werden. Es obliegt daher dem vertrauensvollen Miteinander zwischen Arzt und Patientin in der Planungsphase und der Erfahrung und dem Vorstellungsvermögen des Operateurs während des Eingriffs, zu den richtigen Entscheidungen zu kommen.