Nachsorge nach erfolgreicher Brustvergrößerung / Mammaaugmentation

Das Ergebnis nach der Brustvergrößerung

In aller Regel soll das Ergebnis nach dem Eingriff eine natürliche Brustform zeigen. Die Brust soll nicht operiert aussehen. Es soll ein für das Körpergewicht durchschnittlich großes BH-Körbchen gefüllt sein. Es soll die Narbe möglichst unsichtbar sein. Die Frau mit Brustvergrößerung wünscht sich im Allgemeinen einfach ein weibliches Erscheinungsbild. Andere Frauen wünschen sich allerdings auch schon einmal ein „auffälliges“ Dekolletee und eine BH-Körbchengröße, die weit über ein durchschnittliches Maß hinausgeht. Der Operateur sollte darauf hinwirken, dass durch den Eingriff nicht die Gesundheit oder die Funktion der Brust beeinträchtigt wird. Er sollte darauf achten, dass ein möglichst nachhaltiges Ergebnis erzielt wird, so dass es nicht nach kurzer Zeit zu erneuten Korrekturoperationen kommt, was definitiv bei zu großen Brüsten, also zu großen Implantaten, der Fall wäre.

In den ersten Tagen und Wochen ist die Brust typischerweise etwas geschwollen und zeigt kleinere Blutergüsse. Während die Blutergüsse im Laufe von 2 Wochen verschwinden, wird die Schwellung erst langsam im Verlauf von 1 bis 2 Monaten abklingen. Am deutlichsten wird dies im Dekolletee-Bereich sichtbar, der zuerst etwas überprojeziert ist und dann, nach Abschwellung, die schöne, natürliche Form annimmt. Ein Endergebnis ist, wie nach den meisten Eingriffen, nicht vor Ablauf von 6 Monaten zu erwarten.

Kontrolltermine und Nachuntersuchungen

Am Abend nach dem Eingriff und nochmals am Morgen danach kommt der Operateur zur Visite, bei der etwaige Probleme, wie Schmerzen oder Nachblutung, erkannt werden würden. Am Tag nach dem Eingriff werden die Drainagen entfernt und ein neuer Verband und der Spezial-BH angelegt.
Eine Woche nach der Operation kommt die Patientin zu einer Kontrolluntersuchung, bei der ein Verbandswechsel vorgenommen wird. Zwei Wochen nach dem Eingriff, bei einer zweiten Kontrolluntersuchung, werden die Pflaster entfernt und, sofern erforderlich, die Fäden gezogen.
Eine weitere Kontrolluntersuchung erfolgt nach zwei Monaten und dann wiederum nach 6 Monaten. Weitere Kontrollen können nach einem Jahr und dann nach Bedarf vereinbart werden.

Einschränkungen nach der Operation

Am Tag nach dem Eingriff sollte sich die Patientin aus der Klinik abholen lassen. Sie hat außer den Wundpflastern dann einen gut sitzenden Spezial-BH gegebenenfalls mit Gürtel zur Stabilisierung der Wunde an.
Es ist angeraten, sich zunächst sehr zu schonen und noch viel zu ruhen. Für Entlastung von körperlichen Tätigkeiten, Haushaltsarbeiten, Kleinkindbetreuung etc. sollte in den ersten Tagen gesorgt sein.
Einschränkungen entstehen bei allen Tätigkeiten, für die der Brustmuskel, der ja oft teilweise abgelöst wurde, beansprucht wird. Dies sind Über-Kopf-Tätigkeiten, wie Shirt an- und ausziehen, Haare waschen, aber auch beispielsweise Abstützbewegungen beim Aufstehen oder auch beim Lenken eines Fahrzeugs.
Es wird oft als ziemlich belastend empfunden, dass in den ersten zwei Wochen auf dem Rücken geschlafen werden muss, denn bei Seiten- oder gar Bauchlagerung würde es zu Schmerzen kommen und die Implantate könnten sich verschieben oder sich in der Wundhöhle drehen. Bauchschläfer müssen sich für ca. 6 bis 8 Wochen gedulden.

Zwar ist die Patientin nicht auf direkte Hilfe angewiesen, sie sollte aber vorsichtig agieren.
Der BH sollte möglichst angelassen werden, kann aber ruhig auch mal für kurze Zeit geöffnet werden, wenn die Patientin liegt. Der angepasste Gürtel, sofern erforderlich, sollte über, nicht auf der Brust liegen. Er soll verhindern, dass die Implantate, während sie noch nicht eingewachsen sind, nach oben verrutschen.

Schmerzen und Narben nach der Brustvergrößerung

Die Schmerzempfindung ist bei jedem Menschen unterschiedlich. In der Regel genügt jedoch die Einnahme nur mittelstarker Schmerzmittel. Es werden Druckschmerzen, Schmerzen durch die Teilablösung des Brustmuskels an dessen Ursprung am Rippenbogen und Schmerzen durch die Schwellung empfunden. Sie können auch seitlich neben und unterhalb der Brust entstehen, weil sich dort Wundflüssigkeit und Einblutungen ansammeln.
Dem allen lässt sich durch die Einnahme von Schmerzmitteln und Kühlung der schmerzhaften Stellen in den ersten Tagen nach dem Eingriff begegnen. Nach spätestens 6 Tagen lassen die Schmerzen deutlich nach und es kann im Allgemeinen dann auf Schmerzmittel und Kühlung verzichtet werden. Die Bewegungen fallen deutlich leichter.

Mit Fortschreiten der Vernarbung wird die Narbe immer stabiler, so dass nach einer Woche wieder geduscht werden kann. Auf Wannenbäder sollte allerdings für 6 Wochen verzichtet werden. Die Narbenpflaster können nach 2 Wochen entfernt werden – ebenso die Fäden, sofern erforderlich.
Der Spezial-BH oder ein entsprechender Sport-BH sollte allerdings für 6 Wochen getragen werden.

Einnahme von Medikamenten nach der Brustvergrößerung

Die meisten Operateure empfehlen ihren Patientinnen die Einnahme eines Antibiotikums für 5 bis 6 Tage prophylaktisch, andere machen nur eine sogenannte perioperative single-shot Antibiose. Die Medikation mit Schmerzmitteln, wie z.B. Ibuprofen 600mg 3 mal täglich, ist für 5 bis 6 Tage ausreichend. Darüber hinaus kann gegen die Schwellung zusätzlich Bromelain 2 Mal täglich genommen werden.
Nach Abschluss der Wundheilung, zumeist beginnend 3 Wochen nach dem Eingriff, empfiehlt sich die Behandlung mit speziellen Narbentherapeutika (wie z.B. Silikonpflaster oder Silikonsalbe) auf den Narben. So kann der Bildung einer dicken oder wulstigen Narbe vorgebeugt werden. Diese Behandlung wird für 2 bis 3 Monate empfohlen.

Krankschreibung nach einer Brustvergrößerung

Da der Eingriff in der Regel nicht medizinisch indiziert ist, übernimmt die Krankenkasse auch die Kosten nicht. Dementsprechend ist auch keine Krankschreibung möglich. Ausnahmen können bei Brustvergrößerungen vorliegen, die zur Rekonstruktion einer Brust nach Entfernung derselben wegen einer Krebserkrankung vorgenommen werden oder bei Fehl- oder Missbildungen.
Die Erholungsphase, während der die Patientin sich keinen Anstrengungen aussetzen sollte, ist für zwei Wochen anzusetzen. Körperlich leichte Bürotätigkeiten können bereits nach einer Woche wieder aufgenommen werden. Es ist auch keinerlei Reha erforderlich.

Geregeltes Leben nach der Brustvergrößerung

Nach zwei Wochen können die allermeisten Tätigkeiten wieder aufgenommen werden. Schwere, körperliche Tätigkeiten, wie sie durch Kellnerinnen oder auch Masseurinnen oder Arbeiterinnen durchgeführt werden müssen, könnten noch für weitere 1 bis 2 Wochen Beschwerden verursachen, besonders wenn die Implantate unter den Brustmuskeln platziert wurden.
Sportliche Betätigungen sollten für 4 bis 6 Wochen unterbrochen werden. Ebenso sollte für ca. 6 Wochen große Hitze (Sauna, Solarium, Sonnenbäder, Wannenbäder) oder direkte Sonneneinstrahlung auf die Brust vermieden werden.

Hinweise für die Zeit nach der Brustvergrößerung

Wenn in den ersten Tagen nach der Operation zu früh eine Belastung erfolgt, kann die Schwellungszeit verlängert sein und damit auch die Beschwerden. Bei zu früher Belastung können die Implantate in der Wundhöhle verrutschen und in nicht exakt gleicher Höhe einheilen oder in der Höhle rotieren, was bei anatomischen Implantaten dann zu unerwünschter Form der Brust führt. Darum sollte auch der BH zuverlässig getragen werden.

Die weiteren Nachkontrollen sind erforderlich, um die Narbenreifung zu beurteilen und die Entwicklung einer Kapselfibrose zu kontrollieren, die ja heutzutage selten geworden ist. In der Zukunft sollte die Patientin idealerweise jährlich einen Termin zur Ultraschallkontrolle machen. So kann zur Beruhigung der Patientin festgestellt werden, dass mit dem Implantat alles in Ordnung ist. Außerdem wird sowieso eine jährliche Brustkrebsvorsorge mittels Ultraschall bei über 40 Jährigen empfohlen.