Interview in der HAZ Micro-Needling

10.Oktober 2012 - Archiv

Oktober 2012 Interview mit der HAZ:
Mit kleinen Nadeln zu glatter Haut. Micro-Needling und Eigenplasma hilft bei Falten, Aknenarben, Schwangerschaftsstreifen und Haarausfall.

HAZ: Herr Dr. Meyer-Gattermann, gibt es Neues in der kosmetischen Medizin?
Dr. M.-G.: Ja, insbesondere wenn Patienten nach schonenden Methoden fragen, die eine Operation ausschließen. Die Methoden zur Korrektur von multiplen Knitterfalten, die um Augen, Mund, an den Wangen, dem Hals und Dekolleté auftreten, beschränkten sich bislang auf Operationen wie Facelift oder andere invasive Eingriffe, wie ein chemisches Peeling oder Laserbehandlungen. Diese sind natürlich sehr effektiv, bergen jedoch Risiken. Andererseits haben wir Hyaluronsäurebehandlungen anzubieten, die jedoch nicht überall Anwendung finden können. Ich denke aber auch an die Behandlung von Aknenarben, Schwangerschaftsstreifen oder Haarverlust. Auch hier konnte in der Vergangenheit oft nur durch Operationen oder invasive Maßnahmen Effekte erzielt werden.

HAZ: Und wie heißen die neusten Alternativen?
Dr. M.-G.: Es konnte zuletzt gezeigt werden, dass durch so unterschiedliche Behandlungen wie das Micro-Needling oder die Behandlung mit aktiviertem Eigenplasma ganz beachtliche Verbesserungen im Hautbild oder der Haardichte erzielt werden können.

HAZ: Worum handelt es sich dabei?
Dr. M.-G.: Bei dem Micro-Needling wird das zu behandelnde Areal mit einer Betäubungscreme vorbehandelt, und dann mehrfach mit einer mit feinsten Nadeln gespickten Walze überrollert. Dabei entstehen hunderte vom Microverletzungen auf der Haut, die wiederum zu einer Reaktion des Immunsystems führen. Daraufhin wird ähnlich wie bei der äußerlich sichtbaren Narbenbildung nach Schnittverletzungen neues Bindegewebe gebildet. Das wiederum führt zu einem glatteren Hautbild an Augen, Mund, Wangen, Hals oder Dekolleté. Es führt aber ebenso zu weniger auffälligen Narben, speziell Aknenarben, zu schrumpfenden Schwangerschaftsstreifen und, im behaarten Bereich angewandt, zur Aktivierung von Haarwurzeln, so dass die Haare wieder dichter werden.

HAZ: Und die Behandlung mit aktiviertem Eigenplasma:
Dr. M.-G.: Es wird zunächst Blut abgenommen und dieses zentrifugiert. Dabei werden die roten Blutkörperchen abgesondert und das Plasma mit den immunmodulierenden Faktoren wird aktiviert, und unter die zu behandelnden Areale gespritzt. Das Resultat ähnelt dem Micro-Needling.

HAZ: Wie lange hält der Effekt an?
Dr. M.-G.: Das ist individuell unterschiedlich, aber deutlich länger als nur einige Monate, denn das neue Bindegewebe ist ja eigenes, lebendiges Gewebe und wird daher nicht so schnell wieder abgebaut.

HAZ: Vielen Dank für das Interview!